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Sreda, 29 Oktober 2008 15:03

Frühchristliche Ausgrabungen am Hemmaberg

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Der Hemmaberg, ein 843 m hoher Vorberg der Karawanken, ist mit seinen markanten Felsabbrüchen weithin im Jauntal sichtbar. Bei archäologischen Ausgrabungen konnte erstmals ein Kirchenkomplex eines frühchristlichen Wallfahrtsortes des 5. und 6. Jahrhunders n. Chr. in einem bisher unbekannten Ausmaß freigelegt werden.

Im 17. Jahrhundert wurde der Hemmaberg als Jaunberg bezeichnet. Der Bergname 'Jaunberg' leitete sich von der römischen Straßenstation Iuenna (Juenna) bei der heutigen Ortschaft Globasnitz ab und geht letztlich auf die keltische Gottheit Iouenat (Juenat) zurück. Der heilige Bezirk des Iouenat lag wahrscheinlich am markanten Plateau des Hemmaberges und scheint bis um 400 n. Chr. in Betrieb gewesen zu sein. Im Bereich des heutigen Parkplatzes kamen bei bisherigen Ausgrabungen 125 Gräber zutage. Die Bestattungstätigkeit begann hier, als die Völkerwanderung unsicher Zeiten für  Gut und Leben brachte und die Bewohner der römischen Straßenstation Iuenna auf den Hemmaberg zogen.

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Eine erste Kirche errichteten die Bewohner der Siedlung um 400 oder bald danach auf dem ebenen Baugelände am Ostrand des Gipfelplateaus. Diese Kirche war zwar durch Steinraub sehr stark zerstört worden, doch ließen sich noch viele Details erkennen oder erschließen. Ungefähr 25 Meter östlich der besprochenen Kirche errichtete man auf dem äußersten Felssporn am Beginn des 6. Jh.s eine parallele Doppelkirchenanlage mit einem Baptisterium. Diese beiden Kirchen dienten der Eucharistiefeier der Gemeinde. Den Boden des Kirchensaales bedeckten fünffarbige Mosaiken mit einer Fläche von 140 Quadratmetern. Die südlich anschließende Grabkapelle mit Mosaikausstattung wiederholt in verkleinerter Form den Grundriß der Memorialkirche. Die Lage der Kapelle ist ganz gezielt gewählt worden - die Stifterinnen sollten möglichst nahe beim Märtyrer begraben sein und mit ihm auferstehen.

Zur gleichen Zeit mit der Doppelkirche wurde nördlich der älteren Kirche ein großes dreiräumiges Gebäude errichtet. Trotz starker Zerstörung ließen sich die Heizkanäle unter dem ursprünglichen Boden erkennen. Die errichteten Kirchenanlagen stehen in keinem Verhältnis zum Bedarf an Sakralräumen in einer Siedlung dieser Größenordnung. Die Finanzierung konnte nur über freies Kapital von Stiftern erfolgen, die sicherlich aus einer größeren Region kamen. Zugleich mußte den Stiftern der Hemmaberg bedeutend genug gewesen sein, um hier Kirchen errichten zu lassen und sich damit einen privilegierten Begräbnisplatz zu sichern.  Vermutlich stand im Zentrum die besondere Verehung eines Märtyrers. Grabbeigaben, die über die soziale Stellung hingewiesen hätten, wurden keine gefunden. Die Nähe beim Märtyrergrab war betreffend die soziale Stellung, Ausdruck genug.

Durch die Grabungen am Hemmaberg konnte, trotz Fehlens schriftlicher Zeugnisse, ein Pilgerheiligtum (Wallfahrtsort) erfasst werden. Die Kirchen und Gebäude wurden konserviert und sind für die Besucher ganzjährig zugänglich . Ein Wandersteg, mit übersichtlicher Beschilderung, der durch das gesamte Ausgrabungsgelände führt, erleichter es dem Besucher, sich einen Gesamteindruck über den Wallfahrtsort und das Geschehen in früherer Zeit zu bilden.

Die Ausgrabungen sind ganzjährig zugänglich! Eintritt frei!

 
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